In Zeiten der „Grünen Wüste“ - Landwirte und Imker lassen es gemeinsam blühen!


Die zunehmende Vorherrschaft von Monokulturen in Form von ausgedehnten Mais- und Weizenfeldern prägt unser Landschaftsbild und gilt als einer der Hauptgründe für das momentan oft diskutierte und weitverbreitete „Insektensterben“. Es fehlt zunehmend an natürlichen Blühflächen und damit Nahrung und Schutz, mit schwerwiegenden Folgen für Tier und Mensch! In historischen Zeiten machten sich Landwirte die Ertragssteigerung ihrer Ernte noch durch die Haltung von Honigbienen auf ihren eigenen Höfen zunutze. So zählt die Honigbiene hinter Rind und Schwein nach wie vor zu dem drittwichtigsten Nutztier in Deutschland. Doch durch Generationswechsel und zunehmende, z. T. unsachliche Diskussionen über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln fand allmählich eine Entfremdung zwischen Imkern und Landwirten statt.

Dieser Entfremdung entgegen zu wirken und die Kommunikation und Kooperation zwischen den beiden Parteien zu verbessern ist erklärtes Ziel des Projektes „Bestäubungs- und Trachtbörse im Fachinformationssystem (FIS) Mein Bienenstand – Landwirtschaft und Imkerei im Austausch“.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts, das durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, übernahm das Institut für Bienenkunde in Celle, das zum Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gehört, zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Für die Infrastruktur hat die IP SYSCON GmbH ein Web-gestütztes Erfassungssystem aufgebaut.

Neben der Anbindung einer Bestäubungs- und Trachtbörse an das Fachinformationssystem www.meinbienenstand.de, in der Landwirte ihre Blühflächen für die Aufstellung von Bienenvölkern anbieten können, wird zusätzlich ein Blühflächen-Monitoring durchgeführt.

Hierbei arbeiten 20 landwirtschaftliche Betriebe und Imker in Niedersachsen eng zusammen und stimmen die Aussaat von speziellen Blühmischungen mit dem Aufstellen von Bienenvölkern ab. Die Entwicklung der Blühflächen und Bienenvölker wird über einen Zeitraum von zwei Jahren dokumentiert und analysiert. Dabei soll u. a. untersucht werden, welchen Beitrag die Blühflächen zur Nahrungsversorgung ihrer Bienenvölker leisten.

Erste Ergebnisse dazu wurden am 2. Juli 2019 in Barum (Landkreis Uelzen) auf dem Betrieb eines Landwirts präsentiert (Beitrag der Uelzener Presse vom 02.07.2019). Zusammen mit einem informativen Fragenkatalog über Imkerei und Landwirtschaft werden die Ergebnisse zusätzlich in das FIS www.bauer-imker.de einfließen.

Mit einer Veröffentlichung der Bestäubungs- und Trachtbörse ist noch im Juli zu rechnen.

Lesen Sie auch den Beitrag in der LAND & Forst. 

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Sabine Schründer.